Getting Ready fotografieren: Ablauf, Licht und Vorbereitung
Was bedeutet Getting Ready bei einer Hochzeit?
Als Getting Ready bezeichnet man die Vorbereitungen von Braut und Bräutigam vor der Trauung. Fotografisch geht es dabei nicht nur um Haare, Make-up und das Anziehen. Das Getting Ready erzählt den Anfang eures Hochzeitstages: die Vorfreude, die Nervosität, die ersten Begegnungen und die ruhigen Momente mit euren engsten Menschen.
Eine vollständige Hochzeitsreportage beginnt deshalb häufig bereits vor der Trauung. Die späteren Bilder zeigen nicht nur, wie ihr fertig ausgesehen habt, sondern wie sich der Morgen angefühlt hat.

Wie viel Zeit sollte man für Getting-Ready-Fotos einplanen?
Für eine ausführliche Begleitung der Braut sind etwa 60 bis 90 Minuten sinnvoll. Beim Bräutigam reichen häufig 30 bis 45 Minuten.
Wenn Detailbilder, mehrere Personen, Geschenke, ein First Look mit den Eltern oder getrennte Vorbereitungsorte geplant sind, wird mehr Zeit benötigt.
Getting Ready der Braut
Ein sinnvoller Ablauf kann so aussehen:
- Detailbilder von Kleid, Schuhen, Schmuck und Papeterie
- letzte Schritte von Haaren und Make-up
- natürliche Bilder mit Trauzeuginnen oder Familie
- Anziehen des Kleides
- Schmuck, Schuhe und Schleier
- emotionale Reaktionen der Eltern
- einige fertige Porträts
- kurze Ruhephase vor der Abfahrt
Der Fotograf muss nicht bereits beim vollständigen Beginn des Stylings anwesend sein. Häufig ist es sinnvoll, wenn Haare und Make-up bereits weit fortgeschritten sind.
Getting Ready des Bräutigams
Beim Bräutigam können fotografiert werden:
- Anzug, Schuhe, Uhr und Manschettenknöpfe
- gemeinsames Ankleiden mit Trauzeugen
- Binden von Krawatte oder Fliege
- Anstecken der Boutonnière
- Geschenke oder persönliche Briefe
- gemeinsames Anstoßen
- fertige Porträts
Auch das Getting Ready des Bräutigams sollte nicht nur aus einem gestellten Bild beim Schließen des Jacketts bestehen. Gespräche und Interaktionen mit Freunden oder Familie machen die Serie persönlich.

Welcher Raum eignet sich?
Der ideale Getting-Ready-Raum besitzt:
- große Fenster
- möglichst viel Tageslicht
- helle oder ruhige Wände
- ausreichend Bewegungsfläche
- wenige sichtbare Alltagsgegenstände
- einen großen Spiegel
- einen Bereich zum Aufhängen der Kleidung
- genügend Platz für Styling und Fotografie
Ein teures Hotelzimmer ist nicht automatisch besser als ein ruhiges Schlafzimmer zu Hause. Licht und Hintergrund sind fotografisch wichtiger als die Größe oder der Preis des Raumes.
Achtet auf die Farbe des Lichtes
Deckenleuchten und Badezimmerlampen erzeugen häufig unterschiedliche Farbstimmungen. Tageslicht kann kühl wirken, während künstliche Lampen gelb oder grün erscheinen. Diese Mischung erschwert natürliche Hauttöne.
Wenn ausreichend Tageslicht vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, künstliche Lampen zeitweise auszuschalten. Der Fotograf entscheidet vor Ort, welches Licht am besten funktioniert.
Muss der Raum komplett aufgeräumt sein?
Nein. Entfernt vor allem Dinge, die später stark ablenken:
- Plastiktüten
- Getränkekisten
- Koffer
- Verpackungen
- benutzte Handtücher
- Ladekabel
- offene Taschen
- Essensreste
- bunte Alltagsgegenstände
Stellt einen Korb oder ein separates Zimmer bereit, in das störende Dinge kurzfristig gelegt werden können. Ein kleiner sauberer Bereich am Fenster reicht häufig aus.

Welche Details sollten bereitliegen?
Legt wichtige Gegenstände gesammelt an einen Ort:
- Eheringe
- Verlobungsring
- Einladung und Papeterie
- Schuhe
- Schmuck
- Parfüm
- Manschettenknöpfe
- Fliege oder Krawatte
- Schleier
- Brautstrauß
- persönliche Briefe
- Erinnerungsstücke
Entfernt Etiketten und Aufkleber möglichst vorher. Der Fotograf muss dann keine wertvolle Zeit mit Suchen verbringen.
Welche Personen sollten dabei sein?
Ladet nur Menschen ein, bei denen ihr euch wohlfühlt. Ein überfüllter Raum kann schnell unruhig werden.
Besonders wertvoll sind häufig:
- Eltern
- Geschwister
- Trauzeugen
- enge Freunde
- eigene Kinder
Wichtig ist nicht die Anzahl, sondern die persönliche Beziehung.
Wann sollten Haare und Make-up fertig sein?
Plant die Fertigstellung ungefähr 30 Minuten vor dem Zeitpunkt, an dem ihr tatsächlich losfahren müsst. Zwischen Styling und Abfahrt passieren regelmäßig noch viele Dinge:
- Kleid anziehen
- Schmuck befestigen
- Schleier einsetzen
- Schuhe wechseln
- Blumen übernehmen
- letzte Toilettenpause
- Gegenstände zusammenpacken
- fertige Porträts
Liegt das Styling bereits hinter dem Zeitplan, entsteht sonst sofort Hektik.
Getting Ready an zwei verschiedenen Orten
Wenn beide Vorbereitungen fotografiert werden sollen, müssen Fahrt und Parkplatzsuche berücksichtigt werden. Besonders praktikabel sind:
- zwei Zimmer im selben Hotel
- benachbarte Häuser
- zwei Bereiche derselben Location
- ein Fotografenteam, das sich aufteilen kann
Bei weit entfernten Orten muss entschieden werden, welche Vorbereitung ausführlicher begleitet wird.
Typische Fehler beim Getting Ready
- Der Raum ist voller Taschen und Verpackungen.
- Das Kleid hängt noch in einer Schutzhülle.
- Ringe befinden sich bereits bei einer anderen Person.
- Das Styling endet exakt zur Abfahrtszeit.
- Zu viele Menschen laufen gleichzeitig durch den Raum.
- Braut oder Bräutigam ziehen sich an, bevor der Fotograf ankommt.
- Es ist keine Zeit für fertige Porträts eingeplant.
- Der Fotograf erhält die Adressen erst am Hochzeitstag.
Das Getting Ready ist mehr als eine schöne Kulisse
Die wertvollsten Bilder entstehen häufig nicht beim Fotografieren der Schuhe, sondern in den Beziehungen: wenn eine Mutter das Kleid schließt, ein Vater seine Tochter zum ersten Mal sieht oder Freunde gemeinsam die Nervosität auffangen.
Auf unserer Hochzeitsseite findet ihr Einblicke in natürliche und emotionale Hochzeitsreportagen.
